Mehr Baugenehmigungen: Kommt wieder Bewegung in den Wohnungsbau?

Beim Wohnungsbau gibt es ein vorsichtig positives Signal. Im Juli 2026 wurden in Deutschland 22.500 Wohnungen genehmigt. Das waren 1,9 Prozent mehr als im Juli des Vorjahres. Besonders interessant ist der Blick auf den Bestand: 4.100 Wohnungen wurden durch den Umbau bestehender Gebäude genehmigt, ein Plus von 7 Prozent. Bei Neubauten waren es 18.400 Wohnungen und damit 0,8 Prozent mehr als im Vorjahresmonat. Destatis
Für den Immobilienmarkt sind solche Zahlen wichtig. Deutschland braucht zusätzlichen Wohnraum, vor allem in Regionen mit hoher Nachfrage. Mehr Baugenehmigungen können deshalb langfristig für Entlastung sorgen. Allerdings sollte man die Zahlen richtig einordnen: Eine genehmigte Wohnung ist noch keine fertiggestellte Wohnung. Zwischen Genehmigung, Baubeginn und tatsächlicher Fertigstellung können Monate oder sogar Jahre liegen.
Für Eigentümer kann die Entwicklung trotzdem interessant sein. Wenn mehr gebaut oder bestehender Wohnraum umgebaut wird, verändert sich auch das Angebot vor Ort. Das kann sich langfristig auf Preise und Nachfrage auswirken. Entscheidend bleibt dabei immer die konkrete Region.
Kaufinteressenten sollten deshalb ebenfalls nicht nur auf bundesweite Zahlen schauen. In einem Ort kann weiterhin ein deutlicher Mangel an Einfamilienhäusern bestehen, während in einer anderen Lage neue Wohnungen auf den Markt kommen.
Auch der Umbau bestehender Gebäude verdient mehr Aufmerksamkeit. Dachgeschossausbau, Teilung größerer Einheiten oder Umnutzung können zusätzlichen Wohnraum schaffen, ohne dass dafür zwingend neue Bauflächen benötigt werden.
Die aktuellen Genehmigungszahlen sind also ein gutes Signal, aber noch keine Trendwende. Entscheidend wird sein, wie viele der geplanten Wohnungen tatsächlich gebaut und fertiggestellt werden.
Erstellt am: 02.10.2026
Autor: Sven-Oliver Drasdo












