Bauzinsen über vier Prozent: Warum der Kaufpreis allein nicht mehr entscheidet

Wer aktuell über einen Immobilienkauf nachdenkt, sollte bei der Kalkulation genauer hinschauen. Die Bauzinsen für Darlehen mit zehnjähriger Zinsbindung liegen inzwischen wieder bei über vier Prozent. Aktuell werden je nach Anbieter und persönlicher Finanzierungssituation etwa 4,1 bis 4,2 Prozent aufgerufen. Vor einem Jahr waren es noch rund 3,4 Prozent.
Was zunächst nach einem überschaubaren Unterschied klingt, macht sich bei größeren Darlehenssummen deutlich bemerkbar. Bei 300.000 oder 400.000 Euro Finanzierung können wenige Zehntelprozentpunkte bereits einen erheblichen Unterschied bei Monatsrate und Zinskosten ausmachen.
Für Kaufinteressenten wird deshalb die Finanzierungsplanung noch wichtiger. Nicht der maximale Kaufpreis sollte am Anfang stehen, sondern die Frage: Welche monatliche Belastung kann ich dauerhaft tragen? Eigenkapital, Tilgung, Kaufnebenkosten und ausreichende Rücklagen gehören ebenfalls in die Rechnung.
Auch Verkäufer sollten diese Entwicklung im Blick behalten. Steigende Finanzierungskosten verändern die Kaufkraft potenzieller Interessenten. Ein Preis, der rechnerisch vielleicht zum Marktwert passt, muss für die Zielgruppe auch finanzierbar sein. Gerade deshalb ist eine realistische Preisfindung wichtig. Ein deutlich zu hoher Angebotspreis wird in diesem Umfeld nicht automatisch durch spätere Verhandlungen geheilt.
Trotzdem bedeutet ein Zinsniveau über vier Prozent nicht, dass Immobilienkäufe grundsätzlich unattraktiv geworden sind. Lage, Kaufpreis, Eigenkapital und persönliche Lebensplanung bleiben entscheidend. Und auch regional gibt es erhebliche Unterschiede bei Angebot und Nachfrage.
Für Eigentümer und Käufer gilt daher gleichermaßen: Nicht nur auf den Kaufpreis schauen. Entscheidend ist, ob Preis, Finanzierung und Immobilie zusammenpassen.
Erstellt am: 25.09.2026
Autor: Sven-Oliver Drasdo












